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11. Treffen des AK Harz 2010 in Sangerhausen

Der AK Harz und Interessierte waren am Wochenende 22.-24.10.2010 zu Gast in der Rosenstadt Sangerhausen.
Am Freitag (22.) war unser erstes Ziel das Stadtarchiv Sangerhausen, wo wir durch den „Stadtbausanierer“ Herrn Loth und den seit 1. August amtierenden Oberbürgermeister Herrn Poschmann empfangen wurden. Nach der Begrüßung und einem kurzen geschichtlichen Abriss des Ortes durch den OB, nahm uns Frau Scherer, die seit 7 Jahren amtierende Archivleiterin, in Empfang. Ihr Refugium kann inzwischen auf eine gute Ausstattung zurückgreifen, welches nicht immer der Fall gewesen war. Das Archivgut wurde mehrmals auf verschiedene Standorte verteilt, unter denkbar schlechten Umständen gelagert, Nässe, Schimmel und unzureichende Ablagen (Archivkartons etc.) setzten den Archivalien gehörig zu. Erst ein Neubau 2004 des Rathauses ermöglichte es, alles entsprechend zu lagern. Etliche laufende Meter Archivgut aus Politik und Wirtschaft, Sport und Vereine, Familiengeschichte, Zeitungen, Adressbücher und - Gott sei’s gedankt - auch die Standesamtsunterlagen, wurden zusammengeführt, katalogisiert und entsprechend abgelegt. Hier bekam sie Hilfe durch die 50+ Kräfte, denn Personal konnte bei der engen Haushaltslage nicht weiter eingestellt werden. Ebenso wurde eine computergestützte Katalogisierung selbst „gestrickt“, da für ein professionelles Programm (z.B. MIDOSA der Archivschule Marburg) kein Etat mehr zur Verfügung stand. Wir gewannen den Eindruck, dass trotz knapper Kassen es möglich ist, mit engagierten Mitarbeitern und einem Oberbürgermeister der hinter seinen Mitarbeitern steht und Entscheidungen oft über den kleinen Dienstweg löst, ein außerordentlich gut geführtes und ausgestattetes Archiv entstanden ist.
Den Abend ließen wir in gemeinsamer Runde mit Vorstellung der Teilnehmer im Rathauskeller ausklingen.

Am nächsten Tag trafen wir uns im grünen Klassenzimmer des Rosariums zu folgenden Vorträgen:
Herr Schweimler referierte über zwei seiner Ahnen „Schweimler“, die im amerikanischen Unabhängigkeits-Krieg (1775-1783) kämpften, in Arrest genommen wurden und schließlich in Amerika blieben. Hier gründeten sie neue Familien, obwohl sie in ihrer deutschen Heimat bereits verheiratet waren. Hierzu hat Herr Schweimler eine beeindruckende „Beweiskette“ aufgeführt.
Als nächstes kam Herr Loth über die Bauentwicklung und Innenstadtsanierung Sangerhausens zu Wort. Die Baugeschichte begann er rund um die Vorgängerkirche St. Ulrich bis zur heutigen Ausweitung eines Industriegebietes. Im speziellen ging er auf historische Gebäude ein, welche saniert wurden. Außerdem wurden ca. 27 Gebäude durch die Universität Weimar bauhistorisch untersucht. Sein größtes Sorgenkind ist die sogenannte „Trillerei“. Hier verhindern Uneinigkeit der Erben die Sanierung der historisch wertvollen Gebäude. Nicht nur im Vortrag sondern auch mit eigenen Augen konnten wir die sorgsame Sanierung einer Stadt verfolgen die bemüht ist ihr historisches Aussehen zu wahren und sorgsam damit umzugehen.
Nach der Mittagspause referierte Herr Patzschke über das Auffinden von Ahnen vor der KB Zeit anhand von Erbzins- und Handelsbüchern. Hier entwickelte Herr Patzschke einen kriminalistischen Spürsinn, sich durch die mageren Eintragungen der Folianten zu arbeiten. Um Klarheit über die Reihenfolge der Vorfahren zu gewinnen, arbeitete er mit einer Exceltabelle in Diagrammdarstellung. Er spannte den Bogen vom Gelesenen, über verständlich machen der Eintragungen, bis zum wahrscheinlichen Ergebnis (denn Unsicherheiten gibt es immer) in einem guten Vortrag, der durch das fachkundige Publikum durch Ergänzungen unterstützt wurde.
Im nächsten Vortrag behandelte Herr Jordan über Suche im Internet-Dschungel nach Daten. In anschaulicher Weise stellte Herr Jordan vor, in welcher Reihenfolge gesucht werden kann. Außerdem wurde noch mal darauf hingewiesen, dass es nicht nur die Suchmaschine „Google“ gibt, sondern auch andere und nach welchem Prinzip die Ergebnisvorschläge bei den einzelnen „Suchmaschinen“ dargestellt werden. Dieser Vortrag ließe sich sicherlich in schriftlicher Form für den einen oder anderen Anwender noch mal sehr gut als Alltagshilfe abfassen.
Der Abend wurde wieder im Ratskeller abgeschlossen. Hier hielt Herr Dr. Heinemann noch einen Vortrag über Papier. Insbesondere die Geschichte des ersten Auftretens und der Weiterverbreitung, der Produktion, sowie der Veredelung bis zu einem fertigen Schreibpapier. Dr. Heinemann referierte sehr anschaulich über die harten Sitten und Gebräuche der Papiermacher. Reste sind im gemeinen Sprachgebrauch wiederzufinden:
„mit Lumpen hadern“, „jemanden nicht frei sprechen können“, „sich von jemanden lossagen“ und „unbescholten“.

Der Sonntagmorgen begann mit einem Interview am Frühstückstisch der Mitteldeutschen-Zeitung, welche das Treffen freundlicherweise mit zwei Artikeln begleitete: Einer vom Freitag, 22.10.2010 und einer vom Montag, 25.10.2010. (Mit freundlicher Genehmigung der Mitteldeutschen Zeitung)
Pünktlich am Ende des Gottesdienstes begann, von der Ulrichkirche ausgehend, die Stadtführung mit Herrn Loth. Die Ulrichkirche gehört zum ältesten Teil der Stadt Sangerhausen, mit viel Zähigkeit und Ausloten der Geldquellen ist es gelungen ein Großteil dieser wunderschönen und in ihrer Bauweise einzigartigen Basilika zu restaurieren. Im Innenraum ist sowohl im Fußbodenbereich als auch am Interieur noch viel zu tun. Weiter ging der Weg zur „Trillerei“ welche ein trauriges Bild bot, zu den vielschichtigen Haus-Baustilen, am Amtsgericht vorbei, mit dem wunderbar nach altem Vorbild erneuerten Erker, bis uns der Wind in die Jakobikirche blies. Diese im ganzen dunkler wirkende Kirche, hatte 1972 Glück im Unglück, als sie durch Funkenflug aus einem Schornstein Feuer fing. Der größte Schaden wurde durch die Löscharbeiten hervorgerufen, bei den Restaurierungsarbeiten kamen alte Fresken zum Vorschein. Diese sind bewusst nur im Erhaltungszustand restauriert und nicht ergänzt worden. Anders verhält es sich mit der Orgel. Sie ist in vollem Umfang überarbeitet und von den Gemeindemitgliedern finanziert worden.
Hiernach verabschiedeten sich die meisten, da ihr Zug in Richtung Heimat fuhr, die Langstrecken-Autofahrer nahmen noch eine Stärkung zu sich, ehe sie der schönen Stadt den Rücken kehrten.
Es war wieder ein ausgezeichnetes Treffen, welches durch Herrn Dr. Heinemann sorgfältig vorbereitet wurde. Hiermit ein herzliches Dankeschön!!


Michaela Reese


Webmaster
Letzte Aktualisierung:
08.07.2010